+49 671 483 575 53 info@impavit.com

Moving Motivators

Wie Sie herausfinden, was Ihre Mitarbeitenden antreibt – eine Management 3.0-Praktik

TL;DR

  • Geld ist kein guter Motivator für Wissensarbeiter*innen, sondern führt im Gegenteil sogar meist zu unerwünschtem Verhalten.
  • Führungskräfte müssen ein Umfeld schaffen, dass die intrinsische Motivation der Mitarbeiter*innen befördert.
  • Moving Motivators ist eine Praktik aus dem Management 3.0 Portfolio, die den Mitarbeiter*innen Klarheit über ihre intrinsischen Bedürfnisse und Werte verschafft.

Was treibt uns an?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum viele Menschen gefallen daran finden, in ihrer Freizeit ein Instrument spielen zu lernen? Und das, obwohl sie höchst wahrscheinlich dafür nicht bezahlt werden. Laut Daniel Pink machen Menschen dies, weil sie Genugtuung dabei empfinden, eine Fertigkeit zu verbessern; womöglich bis hin zur Perfektion. In seinem Buch Drive: Was Sie wirklich motiviert zeigt Pink auf, dass Menschen nach Meisterschaft, Autonomie (selbstbestimmtem Arbeiten) und Sinnhaftigkeit streben.

Jurgen Appelo kombinierte die Motivatoren verschiedener Verhaltensforscher (Daniel Pink, Steven Reiss und Edward Deci), führte ähnliche Motivatoren zusammen und sortierte einige aus, die im Arbeitskontext keine Rolle spielen (sollten).

Heraus kamen diese 10 Motivatoren:

  1. Couriosity (Neugierde): Ich habe viele Dinge zu untersuchen und darüber nachzudenken.
  2. Honor (Ehre): Ich bin stolz darauf, dass sich meine persönlichen Werte in meiner Arbeitsweise widerspiegeln.
  3. Acceptance (Anerkennung): Die Menschen um mich herum finden es gut, was ich tue und wer ich bin.
  4. Mastery (Perfektionierung): Meine Arbeit stellt meine Kompetenz in Frage, aber sie liegt immer noch in meinen Fähigkeiten.
  5. Power (Einfluss): Es gibt genug Raum für mich, um das Geschehen um mich herum zu beeinflussen.
  6. Freedom (Freiheit): Ich bin mit meiner Arbeit und meiner Verantwortung unabhängig von anderen.
  7. Relatedness (Verbundenheit): Ich habe gute soziale Kontakte zu den Menschen in meiner Arbeit.
  8. Order (Ordnung): Es gibt genügend Regeln und Richtlinien für ein stabiles Umfeld.
  9. Goal (Ziel): Mein Lebensinhalt spiegelt sich in der Arbeit wider, die ich mache.
  10. Status (Status): Meine Position ist gut und wird von den Menschen, die mit mir arbeiten, anerkannt.

Die 10 Motivatoren lassen sich gut mit dem Akronym CHAMPFROGS merken, das aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe gebildet wird.

Extrinische und Intrinsische Motivatoren

In der Wissenschaft wird dabei zwischen extrinsischen und intrinsischen Motivatoren unterschieden.

So entstehen großartige Romane vermutlich, weil die Schriftsteller*in eine tiefe intrinisch motivierte Befriedigung aus dem kreativen Akt des Schreibens zieht. Es sind aber vermutlich auch extrinische Anreize wie der Drang nach Anerkennung und/oder Bezahlung daran beteiligt, dass das Werk einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird.

Geld ist dabei sogar ein Archetyp extrinsischer Anreize in Form von Arbeitslohn und Bonuszahlungen. Wie Daniel Pink allerdings sehr anschaulich darstellt, ist Geld bei einfachen, mechanischen Tätigkeiten ein vorzüglicher Motivator. Erfordert die zu verrichtende Tätigkeit allerdings auch nur im geringen Maße kreative, kognitive Fähigkeiten, führen monetäre Anreize meist zu schlechteren Ergebnissen. 

 

Wie Sie Moving Motivators anwenden können

Die Moving Motivators-Praktik wurde ursprünglich für Führungskräfte entwickelt, um in Einzelgesprächen mehr darüber zu lernen, was ihre MitarbeiterInnen motiviert und begeistert. Ich wende die Moving Motivators auch regelmäßig in Teambuilding-Workshops und Retrospektiven an — lassen Sie dazu die Übung in der Gruppe jeweils im Paar durchführen.

Und so geht’s:

Schritt eins: Bringen Sie die Moving Motivators-Karten in eine für Sie sinnstiftende Reihenfolge. Beginnen Sie dabei rechts mit dem Motivator, der für Sie am wichtigsten ist. Reihen Sie die übrigen Motivatoren in absteigender Wichtigkeit links an. Dies erweist sich oft als schwieriger als es zunächst den Anschein hat. Wenn Sie mit einigen Motivatoren nichts anfangen können, dürfen Sie diese gerne aus dem Spiel nehmen.

Schritt zwei: Überlegen Sie sich, wie sich eine mögliche (oder konkrete) Veränderung in ihrem (beruflichen) Leben auf Ihre Motivtoren auswirkt. Werden diese durch die Veränderung verstärkt oder geschwächt? Signalisieren Sie dies an den Karten, indem Sie sie nach oben oder unten schieben.

Schritt drei: Reflektieren Sie ihre Erkenntnisse mit ihrem Gegenüber und/oder der Gruppe. Welche Motivatoren sind Ihnen wichtig? Welche weniger oder garnicht wichtig für Sie? Hat Sie etwas überrascht? Gibt es Übereinstimmungen mit ihrem Gegenüber oder TeilnehmerInnen der Gruppe?

Planen Sie auf jeden Fall ausreichend Zeit für die Reflexion ein, wenn Sie Moving Motivators mit einem Team spielen. Ich habe es als äußerst lohnend wahrgenommen, im Rahmen dieser Übung auch darüber zu sprechen, wie das Team den einzelnen MitgliederInnen ein Umfeld bieten kann, welches die individuell wichtigsten Motivatoren anspricht und wertschätzt. Die Praktik lässt sich zudem hervorragend mit der Drucker-Übung kombinieren, in der exploriert wird, was die TeilnehmerInnen wertschätzen, was sie gut können, wie sie arbeiten und welchen Beitrag sie im Team leisten können.

Wo Sie Moving Motivators-Karten beziehen können

Moving Motivators-Karten werden kostenlos in verschiedenen Sprachen zum Download angeboten. Im Management 3.0-Shop kann zudem die englische Variante käuflich erworben werden.

Sie haben Interesse an User Story Mapping für Ihr Unternehmen?

Bitte Sprechen Sie uns an!